Julia Autz

Belarus

2020 | Photography
About the project

In den Medien wird Belarus meistens als letzte Diktatur Europas bezeichnet. Es ist eine Generation herangewachsen, die die Sowjetunion nur aus Erzählungen ihrer Eltern kennt. Was bedeutet es unter diesen Umständen aufzuwachsen? Wie ist es in einem Land zu Leben, in dem sich der Großteil der Bevölkerung so sehr an die sowjetische Vergangenheit klammert und in dem die Entwicklung von freiheitlich-demokratischen Werten untersagt wird.

„I would describe the atmosphere as sleepy and also I guess chewy. I mean sometimes the air itself is hard to walk through. Like a tasteless syrup.“ (Ignat, Februar 2018, Minsk)

Während es in Belarus 2006 und 2010 noch große Demonstrationen anlässlich der gefälschten Präsidentschaftswahlen gab, die gewaltsam niedergeschlagen worden sind, gibt es immer weniger Menschen, die rebellieren und Widerstand leisten. Diejenigen, die bleiben, passen sich an, flüchten in Gleichgültigkeit oder konservieren die Freiheit im Inneren. Passiv, desillusioniert, und ratlos müssen sie sich mit den Regeln des Regimes arrangieren.

In meiner Arbeit suche ich nach jungen Menschen, die nach Individualität streben, welche in Belarus nicht gerade erwünscht ist. Menschen, die aufgrund ihrer politischen Haltung, sexuellen Orientierung oder auch einfach nur wegen einer anderen Denk- und Lebensweise diskriminiert werden. Menschen, die nicht dem staatlichen Plan folgen und ihren eigenen — einen anderen, als den von der Gesellschaft vorgeschriebenen — Weg gehen.

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  • Julia Autz
    Julia Autz (*1988 in Heidelberg) ist Fotografin und studierte bis 2014 Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Fachhochschule Darmstadt. Seit 2016 macht sie ihren Master in Fotografie an der Fachhochschule Bielefeld. Schon seit...